Eine Frage, die einfach klingt — und es nicht ist.
Was machen wir hier eigentlich? Diese Frage wurde mir schon oft gestellt. Und ich gebe zu: Sie ist nicht leicht zu beantworten. Nicht weil die Antwort kompliziert wäre, sondern weil das, was wir tun, sich nicht in eine einzige Kategorie pressen lässt. Es ist kein Sport im klassischen Sinne. Kein Fitnessprogramm. Kein Wellness-Angebot. Und trotzdem steckt etwas von allem davon drin — und noch einiges mehr.
Heute möchte ich versuchen, euch einen Einblick in die Philosophie der School of Movement zu geben. Nicht als Verkaufsargument, sondern als ehrliche Antwort auf eine berechtigte Frage. Vielleicht hilft es euch, unser Training besser einzuordnen. Vielleicht hilft es euch auch auf der nächsten Party, wenn jemand fragt: Was machst du da eigentlich?
Mehr als Training
Eine Movement Practice ist eine kontinuierliche, gerichtete Auseinandersetzung mit Bewegung in all ihren Facetten. Dabei geht es nicht nur darum, was wir tun, sondern vor allem darum, wie und warum wir es tun.
Die Welt der Bewegung dient uns als ein Spielfeld. Ein Ort, an dem wir Erfahrungen machen, durch die wir lernen und wachsen — körperlich, mental, menschlich. Auf diesem Spielfeld begegnen wir lehrreichen Herausforderungen. Wir sind mit unseren Ängsten und Begrenzungen konfrontiert. Aber wir haben einen Prozess, der uns ermöglicht, diesen Dingen spielerisch und mit Freude zu begegnen.
Das unterscheidet eine Movement Practice grundlegend von einem Trainingsprogramm, das man dreimal die Woche absolviert und dann wieder vergisst. Die Bewegungsperspektive kann eine Haltung werden, die unser ganzes Leben durchdringt.
Meta-Fähigkeiten: Was wir wirklich lernen
Ein besonderer Aspekt unserer Praxis ist der Fokus auf Meta-Fähigkeiten — Fähigkeiten, die wir in einem bestimmten Kontext lernen, aber von diesem lösen und ins Leben übertragen können.
Ein Beispiel: Die Fähigkeit, Fehler als etwas Positives zu sehen. Im Training lernen wir, dass jeder Fehler ein Marker dafür ist, dass wir etwas Neues ausprobieren. Dass er ein notwendiger Schritt ist, um zu verstehen, wie es funktioniert. Ohne Fehler kein Lernen. Das ist im Handstand so. Und im Rest des Lebens nicht anders.
Oder die Fähigkeit, mit Frustration umzugehen, wenn etwas nicht sofort klappt. Die Geduld, in einem langsamen Prozess zu bleiben. Das Vertrauen, dass Fortschritt nicht linear ist. All das üben wir auf der Matte — und nehmen es mit, wenn wir sie verlassen.
Vielfalt als Prinzip
Unsere Absicht ist es, körperlich fähiger zu werden, ohne uns einer einzelnen Disziplin zu verschreiben. Wir erkunden alle Bereiche von Bewegung: Kraft und Vorbereitung, Akrobatik, Tanz und offene Formen, Kampf und Konfrontation, Athletik, innere Arbeit.
Nicht weil wir in allem Experten werden wollen. Sondern weil jeder dieser Bereiche uns eine andere Facette von uns selbst zeigt. Akrobatik konfrontiert uns mit Angst und Vertrauen. Kampf fordert unsere Präsenz. Tanz lädt uns ein, loszulassen. Kraft lehrt uns Disziplin. Und die innere Arbeit — Atmung, Körperwahrnehmung, Stille — verbindet alles miteinander.
Drei Ebenen
Diese Vielfalt ordnet sich in drei Ebenen, die aufeinander aufbauen:
Die erste Ebene betrifft unsere physischen Fähigkeiten — Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer. Das ist die Basis, auf der alles steht. Ein Fundament, das uns belastbar und leistungsfähig macht.
Die zweite Ebene ist die körperliche Intelligenz — Koordination, Geschicklichkeit, ein feineres Gespür für den eigenen Körper. Hier beginnen wir, Dinge zu tun, die vorher nicht möglich waren. Nicht durch mehr Kraft, sondern durch mehr Verständnis.
Die dritte Ebene berührt unser kreatives Potenzial — die Verbindung von äußerer Bewegung mit inneren Prozessen. Hier wird Bewegung zum Ausdruck. Zum Spiegel. Zum Werkzeug der Selbsterkenntnis.
Kein Ziel, sondern ein Weg
Eine Movement Practice hat kein Enddatum. Es gibt keinen Punkt, an dem man fertig ist. Das mag zunächst frustrierend klingen. Aber eigentlich ist es befreiend: Es geht nicht darum, irgendwo anzukommen. Es geht darum, auf dem Weg zu sein. Jeden Tag ein bisschen bewusster. Ein bisschen neugieriger. Ein bisschen ehrlicher mit sich selbst.
Jede Erfahrung, die wir in der Praxis machen, wird integriert und wird ein fester Bestandteil von uns. Wir werden nicht nur fähiger — wir werden ganzer.
Und das ist vielleicht die einfachste Antwort auf die Frage, was wir hier machen: Wir bewegen uns. Aber wir tun es mit Absicht, mit Tiefe und mit dem Wunsch, durch diese Bewegung etwas über uns selbst zu erfahren.
Die School of Movement ist ein Ort für mehr Bewegung in deinem Leben. Wenn du neugierig bist, komm zu einem Probetraining oder starte mit dem Beginner Movement Kurs.
